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  • 7. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Apr.

Warum ein Pirat manchmal besser lernt als ein Schulkind

- 5 Konzentrationsübungen






Ben sitzt am Tisch.


3. Klasse.


Mathe.


Seite 47.


Er starrt auf die Aufgaben als wäre er selbst Benjamin Gates in „Das Vermächtnis der Tempelritter“ - gleich offenbart sich bestimmt eine geheime Schatzkarte......


Fehlanzeige.


Leider ist es nur Mathe.


Seite 47.


Nach 2 Minuten: Der Stift fällt runter.


Nach 4 Minuten: Er muss erstmal ganz dringend etwas trinken.


Nach 6 Minuten: Funktioniert der Radiergummi eigentlich noch?


Nach 8 Minuten: Er dreht sich auf dem Stuhl wie ein Brathähnchen.


Nach 10 Minuten: Sind die Schokobonbons eigentlich noch im Kühlschrank?


Nach 12 Minuten kommt DER Satz: „Jetzt konzentrier dich doch mal!“


Ben würde das ja gern.


Wirklich.


Aber sein Gehirn ist gerade eher wie ein wilder Pirat auf hoher See

als wie ein ruhiger Schüler im Klassenzimmer.


Und genau das ist der Punkt:


Kinder können Konzentration nicht einfach anschalten wie eine Lampe.


Das Gehirn braucht manchmal erst einen kleinen "Startknopf".

Und dieser Startknopf ist oft: Bewegung.


Warum?

Weil Bewegung das Gehirn aktiviert,

die Zusammenarbeit der Gehirnhälften verbessert und den Körper in einen lernbereiten Zustand bringt.


Oder einfacher gesagt:

Ein bewegtes Gehirn lernt leichter.



Und warum lernt der Pirat jetzt besser als das Schulkind?


Stell dir kurz folgende Situation vor:


Ein Kind soll 10 Matheaufgaben rechnen.


Das andere Kind soll eine Schatzkarte entschlüsseln, Hinweise kombinieren und ein Rätsel lösen.


Was glaubst du: Wo ist mehr Konzentration da?


Beim Schatz natürlich, oder?


Warum?

Weil das Gehirn liebt:


Neugier.

Bewegung.

Emotion.

Bilder.

Bedeutung.


Und genau das fehlt leider oft beim klassischen Lernen.


Ein Pirat ist ständig in Bewegung.


Er balanciert.

Er beobachtet.

Er reagiert.

Sein Körper ist wach.

Sein Gehirn auch.


Ein Schulkind dagegen soll oft:


Still sitzen.

Ruhig sein.

Nicht wackeln.


Und genau hier entsteht das Problem.

Denn viele Kinder sind innerlich noch im Piratenmodus.


Ihr Gehirn sagt:

"Ich will mich bewegen."


Die Schule sagt:

"Sitz still."


Wenn wir Kindern aber kurz erlauben, ihren inneren Piraten rauszulassen,

durch Bewegung und durch Aktivierung,

dann passiert etwas Spannendes:


Der Pirat wird zum konzentrierten Schüler.


Was ich in meinen Coachings immer wieder sehe:

Kinder sind nicht unkonzentriert.

Sie sind oft nur nicht gehirnfreundlich aktiviert.


Und genau hier können kleine Übungen unglaublich viel verändern.


Hier sind 5 Konzentrationsübungen für dich, die wirklich helfen.

Diese Übungen nutze ich selbst immer wieder, weil sie schnell gehen und Kinder sie meistens sogar mögen.



1. Überkreuzbewegungen – der Gehirn-Starter


Diese Übung sieht unspektakulär aus, hat aber eine wirklich große Wirkung:


Dein Kind berührt mit der rechten Hand das linke Knie.

Dann mit der linken Hand das rechte Knie.

Abwechselnd. Langsam oder schneller.


Wie ein Pirat, der über die Planke balanciert.


30–60 Sekunden reichen schon.


Warum das wirkt:

Diese Bewegung verbindet beide Gehirnhälften miteinander.

Genau das brauchen Kinder für Lesen, Schreiben und Rechnen.

Oder bildlich: Die Brücke im Gehirn wird stabiler.



2. Der Fingerlauf


Viele Kinder lieben diese Übung.


Daumen und Zeigefinger berühren sich.

Dann Daumen und Mittelfinger.

Dann Ringfinger. Dann kleiner Finger.

Wie eine kleine Fingerreise.

Dann wieder zurück.

Erst langsam, dann schneller.


Extra Challenge: Beide Hände gleichzeitig – oder gegengleich.


Das fördert:

Koordination, Aufmerksamkeit, Gehirnaktivierung


Und nebenbei macht es auch noch Spaß.



3. Die Adleraugen


Kinder schauen oft überall hin –nur nicht dahin, wo sie sollen.

Diese Übung bringt den Fokus zurück und hilft besonders Kindern, die schnell abschweifen.


Arm nach vorne strecken. Daumen nach oben.

Jetzt folgt nur der Blick dem Daumen, während die Hand sich langsam bewegt: nach rechts - nach links - nach oben - nach unten.

Der Kopf bleibt ruhig.


Warum das hilft:

Die Augensteuerung ist eng mit Aufmerksamkeit verbunden.

Wenn die Augen ruhiger arbeiten, wird oft auch der Fokus besser.

Oder einfacher: Ruhigere Augen helfen beim ruhiger Denken.



4. Der betrunkene Pirat


Das Gehirn liebt Gleichgewicht!


Einfach auf ein Bein stellen.

30 Sekunden.

Dann wechseln.


Wenn das gut klappt: Augen schließen.

Oder dabei einen Ball oder Apfel von Hand zu Hand leicht hin und her werfen.


Warum das so stark ist:

Das Gleichgewichtssystem ist direkt mit Aufmerksamkeit und Selbststeuerung verbunden.

Viele Kinder werden danach automatisch ruhiger.



5. Die Geheimwaffe: Die ruhige Atmung


Die einfachste Übung – und oft die wirksamste.


4 Sekunden einatmen.

4 Sekunden ausatmen.

3–5 Wiederholungen reichen.


Das signalisiert dem Nervensystem:

Alles ist okay. Du kannst dich jetzt konzentrieren.

Und genau das brauchen viele Kinder vor den Hausaufgaben.




LernRaketen-Impuls


Konzentration ist keine Charakterfrage.

Sie ist oft einfach eine Frage der richtigen Vorbereitung.

Bewegung kann manchmal mehr helfen als zehn Ermahnungen.




3 Dinge, die du heute ausprobieren kannst:


• Vor den Hausaufgaben 2 Minuten Bewegung

• Kleine Lernportionen machen

• Erfolge benennen statt Fehler


Schon kleine Veränderungen können viel bewirken.



Wenn du mehr solcher Übungen suchst:


Genau aus diesem Grund habe ich NeuroNinja entwickelt.

Weil ich immer wieder erlebt habe, wie sehr kleine Bewegungsimpulse Lernen verändern können.

Wenn du deinem Kind helfen möchtest, leichter in die Konzentration zu kommen, findest du dort viele

einfache Übungen für zuhause.





Ein letzter Gedanke


Du musst Lernen nicht schwer machen.

Du musst nur verstehen, wie Kinder lernen.


Und manchmal beginnt bessere Konzentration nicht mit Regeln.

Sondern mit Bewegung.


Oder anders gesagt:

Manchmal muss erst der kleine Pirat im Kind aktiv sein, damit der Schüler lernen kann.



Lerne leichter. Lerne mit Freude.

Deine Natalie 🚀

 
 
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