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  • 13. Mai
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Mai


Gesunde Ernährung mit Schokokuchen?

Jap - das geht!




I like it…


Sohnemann, 6 Jahre alt, futtert natürlich ultra gern Pfannkuchen, Pizza, Eis, Waffeln und Schokobons.

Aber wehe, irgendetwas Gekochtes steht auf dem Tisch.


Kritisch.


Und wenn dann auch noch irgendetwas Grünes dabei ist, wird das natürlich direkt an den Tellerrand geschoben.

Bringt mich manchmal echt auf die Palme.


Da überlegt man stundenlang, was gesund wäre.

Geht bewusst einkaufen.

Steht ewig in der Küche.

Dekoriert vielleicht noch irgendeinen lustigen Dino aufs Käsebrot, weil „das Auge ja mitisst“…


Und was kommt zurück?


„Igitt. Das ess ich nicht.“


BAM.

Na danke.


Nicht nur, dass ich gefühlt umsonst gekocht habe – ich bin mittlerweile auch einen Haufen Geld los.

Es soll ja bitteschön auch noch super gesund sein.

Bio-Öko-Zertifiziert.

Vitamine.

Nährstoffe.

Omega 3.

Zuckerfrei.


Das beste vom Besten.

Arsch teuer....


Ehrlich, es gibt doch diesen Hype mittlerweile bei den meisten Eltern:

Wehe, der Apfel in der Vesperdose ist nicht zertifiziert bio-öko-supergesund.


Und dann kommen noch die Social-Media Familien um die Ecke, die natürlich komplett zuckerfrei ernähren.

Denn Zucker ist schließlich Gift.


Und überhaupt:

Omega 3 ist wichtig fürs Gehirn.

Und Gemüse sowieso.

Und künstliche Zusätze bitte niemals.

Und am besten alles selbst herstellen.


Dies, das, Ananas


Eine Freundin von mir ist Ernährungsberaterin.

Ich war mal auf einem Vortrag von ihr.


Kernaussage ungefähr:


Am besten alles selbst machen.


Mehl selber mahlen.

Denn das gekaufte Mehl hat keine Nährstoffe mehr, die der Körper braucht.


Joghurt selber herstellen.

Denn die gekaufte Milch ist pasteurisiert.


Gemüse anbauen.

Gekauftes Gemüse hat zu viel Pestizide und keinerlei Vitamine mehr.


Möglichst unverarbeitet einkaufen.

Überall ist sowieso nur Zusatzschrott mit verarbeitet.


Fleisch selber machen

Also zum Beispiel Hühner halten und selbst schlachten, da wissen wir was auf den Teller kommt und wie es gehalten wird.


Und ungelogen:

Ich saß da und hatte SO ein schlechtes Gewissen, dass ich am liebsten sofort mein komplettes Leben umgestellt hätte.


Ich habe sie echt unglaublich lieb und ziehe meinen Hut davor, dass sie das machen kann!

Eine unglaublich starke und tolle Frau!


Und trotzdem komme ich am Ende immer wieder zu demselben Ergebnis:

Es ist definitiv zu viel des Guten geworden.


Ja – Ernährung spielt eine wichtige Rolle.

Ja – sie beeinflusst unsere Gesundheit.

Und ja – natürlich hat Ernährung auch Einfluss auf Konzentration, Lernen und das Gehirn.


Aber bitte:

KEEP COOL.


Ich habe weder all die Zeit

noch stehe ich gern in der Küche

(ich backe schrecklich ungern!)

geschweige denn von meinem nicht vorhandenen grünen Daumen...



Was unser Gehirn wirklich braucht


Das menschliche Gehirn ist ein absolutes Hochleistungsorgan.

Obwohl es nur ungefähr 2 % unseres Körpergewichts ausmacht, verbraucht es rund 20 % unserer täglichen Energie.


Heißt übersetzt:

Das Gehirn braucht tatsächlich guten „Treibstoff“, um ordentlich arbeiten zu können.

Dazu gehören unter anderem:


ausreichend Wasser

stabile Energiezufuhr

Proteine/Eiweiß

Omega-3-Fettsäuren

Vitamine und Mineralstoffe

Schlaf und Erholung


Besonders spannend:

Unser Gehirn braucht Glucose – also Zucker – tatsächlich zum Arbeiten.


ABER:

möglichst konstant.

Möglichst wenig Industriezucker.



Denn wenn Kinder morgens nur schnell süß frühstücken oder

ständig kleine Zuckerbomben zwischendurch essen,

passiert oft genau das:

Erst kommt der schnelle Energieschub.

Und kurz danach?


Konzentration weg

Müdigkeit

schlechte Laune

Reizbarkeit

noch mehr Hunger


Eine kleine Zuckerachterbahn eben.


Und gerade Kinder mit Konzentrationsproblemen oder ADS/ADHS reagieren auf solche

Schwankungen oft noch empfindlicher.


Auch Eiweiß spielt eine wichtige Rolle.

Denn Proteine liefern dem Gehirn wichtige Bausteine für Neurotransmitter wie Dopamin.

Und Dopamin brauchen wir unter anderem für:

Motivation

Konzentration

Fokus

Antrieb


Deshalb kann schon ein halbwegs ausgewogenes Frühstück oft einen riesigen Unterschied machen.

Nicht perfekt.

Nicht Instagram-Mama-Level.

Aber einfach etwas, das länger Energie liefert als nur ein schneller Zuckercrash.


Auch Omega-3-Fettsäuren sind spannend.

Sie unterstützen unter anderem die Signalweiterleitung der Nervenzellen und spielen eine wichtige Rolle für die Gehirnentwicklung.


Gerade bei ADS/ADHS gibt es Hinweise darauf,

dass manche Kinder von einer guten Versorgung profitieren können.


Aber auch hier gilt:

Das ist kein Wundermittel.


Und dann kommt aber noch einer meiner wichtigsten Punkte überhaupt zum Thema Wundermittel:


Bitte ersetzt nicht plötzlich alles durch Nahrungsergänzungsmittel, Pulver,

künstliche Zusätze oder irgendwelche Wunderkapseln.


Das ist ein riesiges, schwieriges und teilweise wirklich übertriebenes Thema geworden.



Was wirklich wichtig ist:

Mach dich nicht verrückt!


Wenn wir ein bisschen darauf achten, WO wir einkaufen, WIE VIEL wir von etwas essen

und generell halbwegs ausgewogen leben…

dann ist schon unglaublich viel geschafft.


Und ja:

Dann darf die einjährige Hannelore im Sommer bei 30 Grad auch mal ein Eis essen.

Und beim Geburtstag von Oma Hildegard darf es auch Schokokuchen geben.


Das schmeckt halt einfach gut.

Mir übrigens auch.


Und am nächsten Tag gibt’s halt wieder Gemüseeintopf, Ofengemüse oder irgendwas anderes,

womit ich mein gesundes Gewissen beruhigen kann.


Wir machen hier übrigens jeden Freitag Pizza- und Filmabend.

Die Pizza ist selbst gemacht.

Der Film natürlich nicht.


Im Sommer gibt’s hier gefühlt jeden Tag Eis, weil ständig eine Horde Nachbarskinder

durch den Garten springt und danach fragt.


Nein – das Eis stelle ich deswegen trotzdem nicht selbst her.

Dann wird halt vermehrt gegrillt.

Es gibt kindgerechte Salate dazu.

Fertig.


Und zum Geburtstag gibt es hier definitiv keinen zuckerfreien Kuchen.

Da würde sich mein Opa als ehemaliger Bäcker und Konditor wahrscheinlich im Grab umdrehen.



Ganz Ehrlich....


Ja – achtet darauf, was ihr euch und eurer Familie zu essen gebt.

Bewusst essen ist wichtig.


Frisch kochen ist toll.

Wasser trinken statt Fruchtsaft auch.

Und ein Gehirn freut sich definitiv über gute Nährstoffe.

Und wer die Muse, Zeit, Geld und Möglichkeiten zur Verfügung hat - Let´s go!


Aber bitte entspann dich auch wieder ein bisschen, wenn es bei dir nicht perfekt läuft.

Ich habe selber wenig Muse, noch die Zeit, noch den grünen Daumen dafür.


Es gibt mittlerweile genug schnelle, einfache und ausgewogene Rezeptideen.

Ich selbst stehe inzwischen selten länger als 20 Minuten in der Küche.

Und backen mag ich sowieso nicht.

(Entschuldige Opi).


Und Süßigkeiten sind auch nicht automatisch der Teufel höchstpersönlich.

Solange gesundheitlich alles okay ist, darf im Sommer Eis gegessen werden.

Und an Weihnachten werden halt Plätzchen gefuttert.

Auch wenn die nicht selbst zuckerfrei hergestellt wurden.


Ansonsten dürften wir unsere Kinder meiner Meinung nach sowieso gar nicht mehr aus dem Haus lassen:

Autos stoßen Schadstoffe aus.

Handystrahlung macht angeblich Krebs.

Die Beschichtungen in Alltagsgegenständen wie Pfannen essen wir mit.

Und die Chemtrails vergiften uns vermutlich auch alle 😉(nein, tun sie natürlich nicht!)


In diesem Sinne:

Ich gönn mir jetzt erstmal ein Schokobonbon.


Lerne leichter. Lerne mit Freude.

Deine Natalie

 
 
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